Put-Optionen erfolgreich handeln

Put-Optionen erfolgreich handeln

Veröffentlicht: 24.05.2022 | Aktualisiert: 23.08.2026

Autor: TOBIAS SCHMID | Trader / Anleger / Börsenexperte

Veröffentlicht: 24.05.2022 Aktualisiert: 23.08.2026

Autor: TOBIAS SCHMID | Trader / Anleger / Börsenexperte

Optionen – Grundlagen

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Optionsstrategien

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Eine Put-Option ist gewissermaßen der Klassiker unter den Absicherungsinstrumenten am Aktienmarkt. Anleger können mit Puts ihr Aktienportfolio oder einzelne Aktienpositionen gegen Abwärtsbewegungen absichern.

Als Trader oder Optionshändler besitzt Du aber zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie Du an der Börse mit Put-Optionen sowohl von steigenden als auch von fallenden oder seitwärts verlaufenden Kursen profitieren kannst. 

Was ist überhaupt eine Put-Option? Wie funktionieren Puts genau? Und welches sind die meiner Erfahrung nach besten Strategien mit Put-Optionen für private Trader? All das erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist eine Put-Option?

Ein Put ist eine Verkaufsoption. Sie gibt Dir das Recht, einen bestimmten Basiswert wie eine Aktie, einen ETF oder einen Rohstoff-Future an einem oder bis zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem vorher definierten Preis zu verkaufen.

Als Käufer der Put-Option zahlst Du für dieses Recht einen bestimmten Betrag – die Optionsprämie – an den Optionsverkäufer. Der Verkäufer der Put-Option erhält diese Prämie, übernimmt dafür aber die Verpflichtung, den Basiswert zum vereinbarten Preis zu kaufen, falls Du die Option ausübst.

Du kannst an der Börse Put-Optionen sowohl kaufen als auch verkaufen. Neben dem Einsatz als klassisches Absicherungsinstrument (Kauf eines Puts), kannst Du somit auch durch den Verkauf einer Put-Option eine Prämieneinnahme generieren.

Hinweis

Du kannst an der Börse Put-Optionen sowohl kaufen als auch verkaufen. Neben dem Einsatz als klassisches Absicherungsinstrument (Kauf eines Puts), kannst Du somit auch durch den Verkauf einer Put-Option eine Prämieneinnahme generieren.

Rechte und Pflichten beim Handel von Put-Optionen

Der Käufer einer Put-Option besitzt das Recht, nicht aber die Pflicht, einen Basiswert (Underlying) zu einem bestimmten Preis (Basispreis/Strike) zu verkaufen. Je nach Art der Option, kann der Käufer dieses Recht entweder nur am Verfallstermin der Option wahrnehmen, oder während der gesamten Laufzeit.

Der Verkäufer einer Put-Option hat die Pflicht – falls der Käufer sein Recht wahrnimmt und die Option ausübt – das Underlying zum vereinbarten Preis (Basispreis/Strike) zu kaufen.

Wie funktioniert ein Put (einfach erklärt)?

Eine Put-Option funktioniert im Grunde wie eine Versicherung gegen fallende Kurse. Du sicherst Dir mit dem Kauf eines Puts das Recht, eine Aktie (oder ein anderes Underlying) zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen, unabhängig davon, wie tief der aktuelle Marktpreis bis dahin gefallen ist.

Fällt der Kurs des Basiswertes deutlich, gewinnt der Put an Wert. Du kannst den Put dann entweder mit Gewinn verkaufen, oder die Option ausüben, und das Underlying zum vereinbarten Preis verkaufen. Falls der Kurs seitwärts verläuft oder steigt, kann die Put-Option an Wert verlieren bzw. am Verfallstermin wertlos verfallen.

Ein einfaches Beispiel:

Eine Aktie steht aktuell bei 100 USD. Du kaufst eine Put-Option mit einem Strike bei 100 USD und einer Laufzeit von 3 Monaten. Damit hast Du das Recht, die Aktie innerhalb dieser Laufzeit bzw. zum Verfall zu 100 USD zu verkaufen.

  • Fällt die Aktie auf 80 USD, gewinnt Dein Put an Wert, da Du weiterhin zu 100 USD verkaufen darfst.
  • Steigt die Aktie auf 120 USD, würdest Du Dein Verkaufsrecht nicht nutzen, da Du die Aktie am Markt teurer verkaufen könntest. Die Put-Option wäre deshalb weniger wert bzw. würde am Verfallstermin wertlos verfallen.
  • Dein maximaler Verlust als Käufer des Puts ist die gezahlte Optionsprämie.

Hinweis

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Optionen mit amerikanischem und europäischem Ausübungsstil. Amerikanische Optionen können grundsätzlich während der gesamten Lauftzeit ausgeübt werden, europäische Optionen nur am Verfallstag. Welche Variante gilt, hängt vom konkreten Optionskontrakt und der jeweiligen Börse ab.

Beispiel für den Verkauf einer Put-Option

Stell Dir vor, eine Aktie notiert aktuell bei 100 USD. Du wärst grundsätzlich bereit, diese Aktie zu kaufen, allerdings nicht zum aktuellen Kurs, sondern erst bei 90 USD.

Statt nun einfach eine Limit-Order bei 90 USD in den Markt zu legen, verkaufst Du eine Put-Option mit einem Strike bei 90 USD und einer Laufzeit von beispielsweise 30 Tagen. Für den Verkauf dieser Put-Option erhältst Du eine Optionsprämie, sagen wir 3 USD je Aktie.

Da eine Aktienoption in der Regel 100 Aktien kontrolliert, nimmst Du durch den Verkauf dieses Puts 300 USD Prämie ein.

Als Verkäufer des Puts verpflichtest Du Dich nun, 100 Aktien zum Preis von 90 USD zu kaufen, falls der Käufer der Put-Option sein Recht ausübt.

Es gibt nun vereinfacht zwei mögliche Szenarien:

  • Die Aktie bleibt über 90 USD: Die Put-Option verfällt am Verfallstermin wertlos. Du musst die Aktie nicht kaufen und behältst die eingenommene Optionsprämie von 300 USD als Gewinn.
  • Die Aktie fällt unter 90 USD: Die Put-Option ist im Geld. Du musst damit rechnen, dass Dir 100 Aktien zum Preis von 90 USD eingebucht werden. Deine eingenommene Prämie reduziert dabei Deinen effektiven Einstiegspreis auf 87 USD je Aktie.

Der maximale Gewinn beim Verkauf einer Put-Option ist somit die vereinnahmte Optionsprämie. Das Risiko besteht darin, dass die Aktie deutlich unter den Strike fällt und Du sie dennoch zum vereinbarten Preis kaufen musst.

Hinweis

Im Beispiel mit dem verkauften 90-USD-Put und 3 USD Praemie liegt der Break-even bei 87 USD je Aktie. Erst unterhalb dieses Kurses entsteht bei Andienung ein rechnerischer Verlust gegenueber dem effektiven Einstiegspreis.

Achtung

Das Risiko bei einem Short Put ist (fast) unbegrenzt. Genau deshalb solltest Du Short Puts nur auf Aktien oder Basiswerte verkaufen, die Du im Zweifel tatsächlich kaufen möchtest, oder bei denen Du vorab einen klaren Plan für das Risikomanagement hast.

Einsatzzwecke und Strategien mit Put-Optionen

Put-Optionen lassen sich sehr vielseitig einsetzen. Je nachdem, ob Du sie kaufst oder verkaufst, kannst Du damit bestehende Positionen absichern, auf fallende Kurse spekulieren oder durch den Verkauf von Optionen regelmäßige Prämieneinnahmen erzielen.

Die wichtigsten Strategien mit Put-Optionen schauen wir uns im Folgenden genauer an.

Long Put als Versicherung gegen fallende Preise

Der Long Put ist – zumindest am Aktienmarkt – die klassische Absicherungsstrategie gegen fallende Kurse. Wenn Du eine Aktie oder ein Aktienportfolio besitzt, kannst Du durch den Kauf einer Put-Option einen Mindestverkaufspreis absichern. Fällt der Kurs deutlich, gewinnt der Put an Wert und kann die Verluste im Depot teilweise oder vollständig ausgleichen.

Im Prinzip funktioniert der Long Put damit wie eine Versicherung: Du zahlst eine Optionsprämie, um Dich gegen ein bestimmtes Risiko abzusichern. Steigt der Markt weiter, verfällt diese Versicherung möglicherweise wertlos. Fällt der Markt jedoch stark, kann der Put genau dann seinen Zweck erfüllen, wenn Du ihn brauchst.

Darüber hinaus nutzen auch kommerzielle Marktteilnehmer Long-Put-Strategien, um unternehmerische Risiken abzusichern. Ein Goldproduzent könnte beispielsweise Put-Optionen auf Gold kaufen, um sich gegen fallende Goldpreise zu schützen. Sinkt der Goldpreis, verliert das Unternehmen zwar beim Verkauf des geförderten Goldes an Erlös, der Wertgewinn der Put-Option kann diesen Preisrückgang aber zumindest teilweise ausgleichen.

Long Put zur Spekulation auf fallende Preise

Neben der Absicherung gegen fallende Preise kannst Du mit dem Kauf einer Put-Option natürlich auch ganz einfach auf fallende Preise spekulieren und von diesen profitieren. In diesem Fall kaufst Du den Put nicht, weil Du eine bestehende Position absichern möchtest, sondern weil Du davon ausgehst, dass der Kurs des Basiswertes fällt.

Fällt der Kurs deutlich genug, steigt der Wert Deiner Put-Option. Du kannst die Option dann mit Gewinn wieder verkaufen. Dein Risiko ist dabei auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt, während Dein Gewinnpotenzial mit einem fallenden Kurs des Underlyings zunimmt.

Cash Secured Put – Short Puts zum Kauf von Aktien

Ein echter Klassiker unter den Stillhalter-Strategien (Strategien, die darauf abzielen, durch den Verkauf von Optionen Geld zu verdienen) ist der Cash Secured Put. Technisch gesehen handelt es sich dabei um einen „ganz normalen“ Short Put. Das heißt, Du verkaufst eine Put-Option und erhältst dafür eine Optionsprämie. Gleichzeitig hältst Du aber ausreichend Cash auf Deinem Konto vor, um den Basiswert im Falle einer Ausübung tatsächlich zum Strike kaufen zu können.

Der Cash Secured Put eignet sich deshalb vor allem dann, wenn Du eine Aktie ohnehin gerne besitzen würdest, aber lieber zu einem niedrigeren Kurs einsteigen möchtest. Darüber hinaus ist der Cash Secured Put Bestandteil der Wheel-Strategie, die darauf abzielt, möglichst regelmäßig durch den Verkauf von Cash Secured Puts und Covered Calls Optionsprämien einzunehmen.

Naked Put: Short Put zur Spekulation auf steigende oder seitwärts laufende Preise

Ein Naked Put funktioniert grundsätzlich genauso wie ein Cash Secured Put: Du verkaufst eine Put-Option und erhältst dafür eine Optionsprämie. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch darin, dass Du beim Naked Put nicht den vollständigen Gegenwert des möglichen Aktienkaufs als Cash auf dem Konto vorhältst. Du nutzt also Margin, um mit weniger gebundenem Kapital eine Put-Option zu verkaufen.

Dadurch kann der Kapitaleinsatz zwar effizienter sein, das Risikomanagement wird aber deutlich wichtiger und anspruchsvoller. Fällt der Basiswert stark, kann der Verlust sehr groß werden, da Du als Verkäufer des Puts weiterhin verpflichtet bist, den Basiswert zum Strike zu kaufen. Genau deshalb sind bei Naked Puts ein frühzeitiges Eingreifen und ein strikt definiertes Risikomanagement aus meiner Sicht zwingend notwendig.

Experten-Tipp

Eine Möglichkeit, das theoretisch sehr hohe Risiko eines Naked Puts zu begrenzen, besteht darin, zusätzlich einen Put mit einem niedrigeren Strike zu kaufen. Aus dem einzelnen Short Put wird dadurch ein Bull Put Spread. Die gekaufte Put-Option wirkt dann als Absicherung und definiert den maximal möglichen Verlust der Strategie.

Vertikale Spreads mit Put-Optionen

Die eben beschriebene Kombination aus einem verkauften Put und einem zusätzlich gekauften Put mit niedrigerem Strike gehört bereits zu den sogenannten vertikalen Spreads. Bei einem vertikalen Spread kombinierst Du zwei Optionen des gleichen Typs, auf denselben Basiswert und mit demselben Verfallstermin, aber mit unterschiedlichen Strikes.

Bei Put-Optionen sind vor allem zwei Varianten relevant: der Bull Put Spread und der Bear Put Spread.

Bull Put Spread

Der Bull Put Spread entsteht, wenn Du einen Put mit höherem Strike verkaufst und gleichzeitig einen Put mit niedrigerem Strike kaufst. Du erhältst dabei eine Nettoprämie, weil der verkaufte Put teurer ist als der gekaufte Put.

Diese Strategie setzt Du ein, wenn Du von steigenden, leicht steigenden oder zumindest seitwärts laufenden Kursen ausgehst. Der gekaufte Put begrenzt dabei das Risiko des Short Puts. Im Vergleich zu einem einzelnen Naked Put ist der maximale Verlust somit klar definiert.

Hinweis

Beim Bull Put Spread ist der maximale Gewinn auf die Netto-Optionsprämie (Net Credit) begrenzt. Der maximale Verlust ergibt sich aus der Differenz der Strikes abzüglich der vereinnahmten Nettoprämie, multipliziert mit dem Kontraktmultiplikator.

Bear Put Spread

Der Bear Put Spread ist die gegenteilige Variante. Hier kaufst Du einen Put mit höherem Strike und verkaufst gleichzeitig einen Put mit niedrigerem Strike. Da der gekaufte Put teurer ist als der verkaufte Put, zahlst Du für die Strategie eine Nettoprämie.

Diese Strategie eignet sich, wenn Du von fallenden Kursen ausgehst, Dein Risiko aber begrenzen möchtest. Der gekaufte Put profitiert von fallenden Preisen, während der verkaufte Put die Kosten der Strategie reduziert. Gleichzeitig begrenzt der verkaufte Put aber auch das maximale Gewinnpotenzial.

Der maximale Verlust eines Bear Put Spreads ist auf die gezahlte Nettoprämie begrenzt. Der maximale Gewinn entsteht, wenn der Basiswert am Verfallstermin auf oder unter dem Strike des verkauften Puts notiert.

Meine Lieblings-Strategien mit Put-Optionen

Nachdem Du nun die wichtigsten Einsatzmöglichkeiten kennst, möchte ich Dir noch zeigen, welche Strategien mit Put-Optionen ich persönlich besonders gerne nutze. Dabei geht es mir vor allem um planbare Prämieneinnahmen, klar begrenzte Risiken und einen strukturierten Einsatz im Portfolio.

Regelmäßige Cashflows mit Cash Secured Puts

Experten-Tipp

Eine meiner absoluten Lieblings-Strategien mit Put-Optionen ist der Cash Secured Put. Ich nutze ihn vor allem, um regelmäßige Cashflows durch Optionsprämien zu generieren und gleichzeitig nur auf Aktien zu handeln, die ich im Zweifel auch tatsächlich kaufen möchte.

Der große Vorteil dieser Strategie liegt darin, dass sie sehr strukturiert umsetzbar ist. Du verkaufst eine Put-Option, erhältst dafür eine Prämie und hältst gleichzeitig ausreichend Cash vor, um die Aktie bei einer möglichen Andienung zum Strike kaufen zu können. Notiert die Aktie weiterhin oberhalb des Strikes, verfällt der Put im Idealfall wertlos und die Prämie bleibt als Gewinn bei Dir.

Entscheidend ist aus meiner Sicht aber nicht einfach nur der Verkauf irgendeines Puts. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind:

  • Analyse des breiten Marktes: Bevor ich einzelne Puts verkaufe, schaue ich mir immer zuerst das Gesamtmarktumfeld an. Wie hoch ist die Risikobereitschaft am Markt? Befinden wir uns in einem stabilen Aufwärtstrend, in einer Korrektur oder in einer Phase erhöhter Unsicherheit? Diese Einschätzung hilft mir dabei, meine Portfolio-Allokation und meine eigene Risikobereitschaft entsprechend zu steuern.
  • Auswahl der passenden Aktien: Ich verkaufe Cash Secured Puts bevorzugt auf Aktien, die ich fundamental für solide halte und die ich grundsätzlich gerne im Depot hätte. Gleichzeitig muss die Optionsprämie attraktiv genug sein, damit das Chance-Risiko-Verhältnis für mich passt.
  • Striktes Risikomanagement: Auch bei Cash Secured Puts kann der Basiswert deutlich fallen. Deshalb brauche ich vor jedem Trade einen klaren Plan: Was mache ich, wenn die Aktie stark gegen mich läuft? Rolle ich die Position? Sichere ich sie ab? Oder akzeptiere ich die Einbuchung der Aktie? Ohne diesen Plan wird aus einer eigentlich konservativen Strategie schnell ein unkalkulierbares Risiko.

Wenn diese Punkte zusammenpassen, sind Cash Secured Puts aus meiner Sicht eine der sinnvollsten Möglichkeiten, um mit Optionen regelmäßige Prämieneinnahmen zu erzielen und gleichzeitig diszipliniert auf attraktive Einstiegskurse bei Qualitätsaktien zu warten.

Long Put als langfristige Absicherungen für den „worst case“

Den Long Put sehe ich grundsätzlich nicht als sinnvolles Instrument, um dauerhaft und kontinuierlich einzelne Aktien oder ein gesamtes Portfolio abzusichern. Der Grund ist einfach: Die laufenden Kosten durch die gezahlten Optionsprämien können auf Dauer sehr hoch sein und einen großen Teil der Rendite Deines Depots zunichte machen.

Ich nutze Long Puts deshalb nicht als permanente Versicherung, sondern nur sehr gezielt. Zum Beispiel dann, wenn ich es als sehr wahrscheinlich einschätze, dass wir fallende Kurse sehen werden, oder wenn der Long Put Bestandteil einer übergeordneten Optionsstrategie ist.

Ein Beispiel dafür ist das Risikomanagement bei Strategien wie Cash Secured Puts oder Covered Calls. Hier kann ein gekaufter Put sinnvoll sein, um das Risiko einer bestehenden Position zu begrenzen oder eine Stillhalter-Strategie in einen klar definierten Spread umzuwandeln. Entscheidend ist für mich immer, dass der Long Put einen konkreten Zweck erfüllt und nicht einfach nur aus einem allgemeinen Sicherheitsgefühl heraus gekauft wird.

Prämieneinnahmen durch Bull Put Spreads

Bull Put Spreads setze ich vor allem dann ein, wenn ich in einem Underlying ein bullisches Szenario sehe, das Risiko eines einzelnen Short Puts aber klar begrenzen möchte. Das gilt für mich nicht nur bei Aktien oder Indizes, sondern auch in anderen Märkten wie Währungen, Bonds oder Rohstoffen.

Der große Vorteil des Bull Put Spreads liegt darin, dass ich eine Optionsprämie vereinnahmen kann, während der maximale Verlust von Anfang an definiert ist. Durch den zusätzlich gekauften Put mit niedrigerem Strike weiß ich bereits vor dem Trade, welches Risiko ich im schlimmsten Fall eingehe. Gleichzeitig profitiert die Strategie davon, wenn der Basiswert steigt, seitwärts läuft oder zumindest nicht zu stark fällt.

Damit ein Bull Put Spread für mich interessant ist, müssen allerdings mehrere Faktoren zusammenpassen:

  • Implizite Volatilität: Je höher die implizite Volatilität, desto attraktiver können die vereinnahmten Prämien sein. Gleichzeitig muss aber berücksichtigt, ob die hohe Volatilität durch ein konkretes Risiko gerechtfertigt ist.
  • Trendanalyse: Ich möchte den Trade bevorzugt in Märkten eingehen, die sich in einem stabilen Aufwärtstrend befinden oder nach einer Korrektur wieder Stärke zeigen.
  • Technische Analyse: Unterstützungszonen, gleitende Durchschnitte und übergeordnete Chartstrukturen helfen mir dabei, sinnvolle Strikes zu wählen und das Chance-Risiko-Verhältnis besser einzuschätzen.
  • Saisonalität: Gerade bei Rohstoffen, Währungen oder Indizes kann die saisonale Tendenz ein zusätzlicher Faktor sein, um die Wahrscheinlichkeit eines bullischen Szenarios besser einzuordnen.
  • CoT-Daten bei Rohstoffen: Bei Rohstoffen schaue ich mir zusätzlich die CoT-Daten an, um zu erkennen, wie kommerzielle Marktteilnehmer und Spekulanten positioniert sind. Das kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, ob ein bullisches Setup auch aus Sentiment-Sicht unterstützt wird.

Wenn diese Punkte zusammenpassen, sind Bull Put Spreads aus meiner Sicht eine sehr sinnvolle Strategie, um mit begrenztem Risiko auf steigende oder stabile Kurse zu setzen und gleichzeitig regelmäßige Prämieneinnahmen zu erzielen.

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